An die Streikenden der Bahn!
Freitag, den 5. Oktober 2007Solidarität mit den Lokführern!
Wir erklären uns mit Eurem Streik solidarisch. Wir sind der Meinung, dass Ihr mit Eurem Kampf die gleichen Interessen verfolgt wie alle von Lohnkürzungen betroffenen Beschäftigten. Ihr kämpft für einen Lohn, von dem man leben kann. Eure Arbeit, wie viele andere Arbeiten in unserer Gesellschaft auch, wird ganz bewusst unterbewertet. Wir sind der Meinung, das hat System. Es soll so wenig wie möglich für geleistete Arbeit bezahlt werden, um die Taschen der Konzerne und Unternehmer weiter aufzufüllen.
Angesichts des Milliardengewinns der Bahn und den schlappen 2,185 Millionen Euro, die Mehdorn im Jahr 2006 „verdient“ hat, sind Eure Forderungen mehr als berechtigt.
Wir können Euch nur bitten: Bleibt konsequent und kompromisslos bei Euren Forderungen! Ein Erfolg Eures Streiks würde auch den Druck auf die Führungen von Transnet und GBDA erhöhen, für die anderen KollegInnen mehr rauszuholen. Denn wenn Ihr mehr erkämpft, kann der von Transnet und GBDA ausgehandelte Tarifvertrag nachverhandelt werden.
An die Bahnreisenden!
Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will!
Liebe Bahnreisende,
die Lokführer der Deutschen Bahn nutzen diese Möglichkeit um einen angemessenen Lohn für sich zu bekommen. Ihre Gewerkschaft, die GDL, verlangt für die Lokführer und die Zugbegleiter ein Einstiegsgehalt, das Ihrer Tätigkeit nur gerecht ist. Außerdem soll die Arbeitszeit um eine Stunde verkürzt werden.
Wenn man die Rekordgewinne der Bahn sieht und gleichzeitig sich die Manager ihre Gehälter auf Millionenhöhe schrauben, ist die Forderung der Bahner mehr als berechtigt. Denn während die Manager Verzicht predigen, wurden die Jahresgehälter der acht Top-Manager bei der Bahn zwischen 1999 und 2005 von 3,7 Millionen Euro auf 14,7 Millionen Euro erhöht. Das ist eine Erhöhung von knapp 400 Prozent!
Die Hetze gegen die Lokführer soll nur die Spaltung zwischen den Bahnbeschäftigten und der Bevölkerung herbeiführen, damit sie isoliert werden. Wir wissen alle, dass jeder Unternehmer bei jeder Lohnforderung diese Taktik fährt, nur um die Forderungen nicht zu erfüllen. Umso wichtiger ist es, dass die organisierten Arbeitnehmer sich solidarisieren und zusammen halten. Denn wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Die Bahn darf nicht privatisiert werden!
Privatisierung bedeutet, Allgemeingut in privaten Besitz zu geben. Es bedeutet auch, dass die Besitzer mit der Bahn möglichst viel Geld verdienen wollen. So haben sie logischerweise ein Interesse daran, die Löhne zu senken, bei den Investitionen in die Sicherheit zu sparen und damit auch das Leben der Menschen für ihren Gewinn aufs Spiel zu setzen.
Der Verkauf der Bahn würde dazu führen, dass die Preise für den Großkunden sinken und die Preise für den einzelnen Bahnnutzer steigen und hoch gehalten werden. Auch wenn die Gleise dabei erstmal in staatlicher Hand bleiben sollen, die die Allgemeinheit über Steuern selbst bezahlt – die Löhne der Bahnbeschäftigten werden unten bleiben und weiter sinken. Jeder, der in der privaten Wirtschaft arbeitet oder war, weiß ein Lied davon zu singen.