Charité: Erneuter Widerstand gegen Tarifflucht und Ausgründung!

14. September 2007

Die Charité plant, sämtliche neuen Beschäftigten über eine Tochtergesellschaft zu beschäftigen. Dort soll der gerade vor einem Jahr erstreikte Tarifvertrag zwischen ver.di und der Charité für null und nichtig erklärt werden. Stattdessen will das Universitätsklinikum des Landes Berlin einen Tarifvertrag für Arbeitnehmerüberlassungsgesellschaften anwenden – und damit mehr als zehn Prozent auf dem Rücken der Neueingestellten einsparen.

Vollständiges Flugblatt: Charité: Erneuter Widerstand gegen Tarifflucht und Ausgründung! (PDF)

Keine Schließung der Bibliothek in Karow

14. September 2007

Zur geplanten Schließung der Stadtteilbibliothek in Karow erklärt Antje Zander, Bezirksverordnete der BASG (Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr) in Pankow:

„Ich protestiere aufs Schärfste gegen die geplante Schließung der Stadtteilbibliothek in der Achillesstraße. Die Bibliothek ist unverzichtbar dafür, besonders Jugendlichen im Stadtteil einen Zugang zu Bildung und Kultur zu ermöglichen. Tausende von SchülerInnen, Kindern, Berufstätigen und behinderten Menschen nutzen die Bibliothek. Die geplante Streichung von 10,8 von 78 Stellen in Pankower Bibliotheken muss von der Bezirksverordnetenversammlung sofort zurück genommen werden.

Ich verurteile die Aussage des zuständigen Bezirksstadtrats Michael Nelken (DIE LINKE), demzufolge sich die Standortfrage der Bibliothek stellen würde, wenn Personal eingespart werden muss. Ich fordere Michael Nelken und andere Bezirksverordnete auf, endlich mit der Logik der Haushaltskonsolidierung des rot-roten Senats zu brechen. Der Bezirk Pankow muss die unsoziale Mittelkürzung der Bezirke durch Rot-Rot konsequent ablehnen. Zu Lasten der kulturellen Bildung dürfen keine Haushaltslöcher gestopft werden.

Die BASG unterstützt die Einwohnerinitiative Neu-Karow und fordert die EinwohnerInnen Karows auf, sich an der laufenden Unterschriftensammlung zur Erhalt der Bibliothek im Bezirk zu beteiligen und selbst aktiv zu werden.“

Erneuter Widerstand gegen Tarifflucht und Ausgründung an der Charité nötig!

6. September 2007

An der Charité sind Pläne bekannt geworden, alle zukünftigen Beschäftigten in einer Tochtergesellschaft anzustellen und damit den vor einem Jahr geschlossenen Tarifvertrag um mehr als zehn Prozent zu unterlaufen.

Dazu erklärt Lucy Redler vom geschäftsführenden Vorstand der BASG:

„Die Charité plant, sämtliche neuen Beschäftigten über eine Tochtergesellschaft zu beschäftigen. Dort soll der gerade vor einem Jahr erstreikte Tarifvertrag zwischen ver.di und der Charité für null und nichtig erklärt werden. Stattdessen will das Universitätsklinikum des Landes Berlin einen Tarifvertrag für Arbeitnehmerüberlassungsgesellschaften anwenden – und damit mehr als zehn Prozent auf dem Rücken der Neueingestellten einsparen.
Ich halte es für einen erneuten Skandal, dass diese Art der Spaltung der Belegschaft und der Tarifflucht erneut unter einem SPD/DIE-LINKE-Senat geplant wird.
Speziell an die Adresse der Partei DIE LINKE im Bund und in Berlin geht meine Aufforderung, endlich die Schlussfolgerungen aus dem Wahldesaster 2006 zu ziehen, als die Linkspartei.PDS ihre Stimmen in Berlin halbierte: Es wird nicht gelingen, bundesweit für eine Politik im Interesse von Beschäftigten und Erwerbslosen eintreten zu wollen und gleichzeitig konkret in Berlin Lohnraub zu betreiben, wie jetzt erneut an der Charité geplant.

Es ist unglaubwürdig, in Nordrhein-Westfalen (zusammen mit der SPD) gegen den Abbau der Rechte der Personalräte einzutreten und in Berlin genau solche Pläne der Entmachtung der Personalräte durch die Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetzes voran zu treiben.

Es ist unglaubwürdig, im Bund für höhere Löhne zu kämpfen und in Berlin den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nach wie vor Einkommenseinbußen von rund zehn Prozent durch den Anwendungstarifvertrag zu verordnen. Rot-Rot verweigert ihnen jetzt auch noch die mit Warnstreiks endlich auch in Berlin eingeforderten Einmalzahlungen von 3 mal 300 Euro, die bundesweit in den Jahren 2004 bis 2006 gezahlt wurden.

Die BASG fordert die Partei DIE LINKE und den rot-roten Senat auf, den Anwendungstarifvertrag mit seiner Absenkung der Löhne von rund zehn Prozent sofort zurück zu nehmen. Dazu gehört die Anerkennung der 3-x-300-Forderung und die Übertragung der prozentualen Einkommenserhöhungen der kommenden Tarifrunde Anfang 2008 auf die Berliner Beschäftigten.

Ich fordere den Senat und speziell von der Partei DIE LINKE in aller Dringlichkeit, alles zu tun, damit Tarifverträge und Vereinbarungen mit den Gewerkschaften eingehalten statt unterlaufen werden.”

Geheime Wohnungsverkäufe der WBM?

7. August 2007

Zu den Wohnungsverkäufen der WBM im Stadtteil Kreuzberg erklärt das Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der „Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr- BASG“, Rouzbeh Taheri:

Nach Informationen der BASG hat die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) in den letzten Tagen ihren kompletten Altbauwohnungsbestand im Stadtteil Kreuzberg an einen Investor verkauft. Dieses Geschäft soll mit dem Wissen des Senats, aber ohne Unterrichtung des Abgeordnetenhauses abgeschlossen worden sein.

Entgegen der Passage im Koalitionsvertrag, wonach ein „vorrangiger Verkauf an Mieter, Mietergemeinschaften (hierzu sollen die Wohnungsunternehmen die Mieter zielgerichtet beraten), Genossenschaften oder städtische Gesellschaften“ vorgesehen ist, sind die Mieter nicht befragt geschweige beraten worden.

Wir fragen den Berliner Senat:

Warum und an wen sind diese Wohnungen verkauft worden?

Warum wird dieses Geschäft in aller Stille und ohne Information der Öffentlichkeit abgewickelt?

Rot-Rot bricht mit diesem Geschäft den eigenen Koalitionsvertrag und schreitet auf dem bisherigen Weg der Privatisierung der kommunalen Wohnungen in tapfer voran. Alle Wahlversprechen nach einem Ende der Wohnungsprivatisierungen in Berlin sind Makkulatur. Die Ergebnis der vorangegangenen Privatisierungen sind im letzten Mietspiegel zu besichtigen: Kleine Wohnungen im unteren Preissektor haben überdurchschnittliche Mietsteigerungen zu verzeichnen.

Wir fordern den sofortigen Stopp der Privatisierung von Wohnraum in Berlin.

Einladung zur Landesmitgliederversammlung der BASG am 9. September 2007

28. Juli 2007

Liebe GenossInnen, liebe MitstreiterInnen,

der Vorstand der BASG hat auf der Sitzung am 26. Juli eine Landesmitgliederversammlung für den 9. September 2007 einberufen.
Die Landesmitgliederversammlung findet im Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin von 11-16 Uhr statt.
Bei dieser Landesmitgliederversammlung muss unter anderem ein neuer Vorstand gewählt werden, da laut Übergangsregelung unserer Satzung der erste Vereinsvorstand nur bis höchstens 31.09.2007 im Amt ist.

Wir schlagen euch folgende Tagesordung vor:

1. 11.00 Uhr: Begrüßung und Beschluss über eine Tagesordnung; Wahl einer Versammlungsleitung und einer Wahlkommission

2. 11.30 - 13.30 Uhr: Berlin braucht eine soziale Opposition: Unsere Schwerpunkte im zweiten Halbjahr

3. 14.00 - 15.30 Uhr: Entlastung des alten und Wahl eines neuen Vorstands

4. 15.30 - 16.00 Uhr: Anträge zur Satzung und politischen Themen

Gemäß § 10, Absatz 3 der Satzung sind 3% der Mitglieder des Vereins, die Bezirksgruppen und der Vereinsvorstand antragsberechtigt. Die Landesmitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens ein Viertel sämtlicher Vereinsmitglieder anwesend ist.
Nach § 12 der Satzung erfolgen Abstimmungen grundsätzlich offen, Vorstandswahlen grundsätzlich schriftlich und geheim. Abweichungen hiervon bedürfen bei Wahlen der einstimmigen Beschlussfassung. Beschlüsse zur Satzungsänderung bedürfen einer 2/3- Mehrheit in der Landesmitgliederversammlung. Im Übrigen gilt die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Wir freuen uns auf euch,
euer Vorstand
i.A. Lucy Redler

Einladung (PDF)
Programmentwurf A und B (PDF)

Berlin braucht eine soziale Opposition – Welche Zukunft für den Widerstand in Berlin?

30. Mai 2007

Veranstaltung der BASG und der WASG Berlin am Do., den 14. Juni 2007 um 18 Uhr im Bethanien “Casino” (über Haupteingang), Mariannenplatz 2, Kreuzberg.

RednerInnen:

  • Uwe Januszewski (Vorsitzender des Hautpersonalrats des Landes Berlin)
  • Carsten Becker (Personalrat Charité)
  • Alexandra Arnsburg (Vertrauensfrau bei T-Systems)
  • Michael Kronawitter (Antifaschistische Linke Berlin)
  • Volker Gernhardt (Betriebsrat Vivantes*)
  • Mustafa Efe (Betriebsrat bei DaimlerChrysler Marienfelde)
  • Hermann Wehrle (Redaktion Mieterecho und Berliner Bündnis gegen Privatisierung)
  • Rainer Wahls (AG Soziales Berlin im Sozialforum und Berlin für Alle)
  • Lucy Redler (Landesvorstand WASG und BASG)

Flugblatt zur Veranstaltung (PDF)

Ihr streikt auch für uns!

15. Mai 2007

Solidarität mit den KollegInnen bei der Telekom

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten Euch zu dem tollen Urabstimmungs-Ergebnis gratulieren und Euch für Euren Streik unsere volle Solidarität versichern.

Es war höchste Zeit, der Arroganz und der Profitgier der Obermänner entgegen zu treten.

Es war höchste Zeit, aufzustehen und zu sagen: Jetzt reicht’s.

Wir sind überzeugt: Bei diesem Streik geht es auch um die Frage, ob Konzernchefs die Beschäftigten so behandeln dürfen, wie einst Gutsherren ihre Knechte behandelt haben. Obermann sagt, die Gesetze des Marktes würden zu den harten Einschnitten zwingen.

Wir meinen: Das spricht nicht für harte Einschnitte, sondern gegen das Prinzip der Profitmacherei. Die Privatisierung der Telekom hat nicht zu den positiven Ergebnissen geführt, die einst versprochen wurden. Das Gegenteil ist der Fall.

Die Privatisierung war einfach ein Fehler und wir wurden schon damals bewusst über die negativen Folgen belogen. Einen Fehler muss man korrigieren, eine Lüge darf man sich nicht gefallen lassen. Wir glauben, dass Beschäftigte und Verbraucher bewusst und absichtlich über die wahren Ziele der Privatisierung getäuscht wurden.

Die Privatisierung nutzt nur den Banken und Konzernen. Die Telekom muss wieder in öffentliches Eigentum überführt werden, denn Kommunikation ist ein Grundbedürfnis der Gesellschaft und das muss auch gesellschaftlich garantiert werden.

Eines ist sicher: So wie es jetzt läuft - Lohnraub und Mehrarbeit ohne Ende - so darf es nicht weitergehen. Wo private Interessen sind, sind auch Niedriglöhne und unendliche Überstunden gefragt, am liebsten ohne Bezahlung.

Wir werden Euren Streik nach Kräften unterstützen und mithelfen, die dramatischen Gründe für Euren Streik in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Wir wünsche Euch vollen Erfolg.

Mit solidarischen Grüßen,
Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr (BASG)

Nachfolgeorganisation der WASG Berlin

Berliner SPD betrügt Wähler und Gewerkschafter / Mitbestimmung wird sturmreif geschossen

11. Mai 2007

Pressemitteilung vom 11.05.2007

Zu den heute bekannt gewordenen Plänen von Rot-Rot, im Rahmen der Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetz die Rechte von Personalräten empfindlich einzuschränken, erklärt Lucy Redler, Mitglied des geschäftsführenden Landesvorstands der WASG Berlin und der neu gegründeten BASG:

Im Landtagswahlprogramm der SPD, nachzulesen als pdf-Datei heißt es:

‘Mit der Berliner SPD gibt es bezüglich des Erhalts von Arbeitnehmerrechten, Sozial- und Umweltstandards keine Kompromisse. Insbesondere wenden wir uns gegen einen weiteren Abbau des Kündigungsschutzes und der Mitbestimmung. Wir achten darauf, dass bei dem Einsatz der MAE (Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung) das Kriterium der Zusätzlichkeit erfüllt wird und keine regulären Arbeitsplätze dadurch vernichtet werden. Die Mitbestimmungsrechte der Personalräte werden beachtet.’ (Seite 8 der pdf-Datei)

Die jetzigen Pläne des SPD-L.PDS-Senats sind Wahlbetrug. Ich verweise darauf, dass in einem Referentenentwurf aus dem Hause des Innensenators Erhart Körting (SPD) folgende Verschlechterungen des Landespersonalvertretungsgesetzes anvisiert werden:

1. Kommt es zwischen Arbeitgeber und Personalräten nicht zu einer Einigung in gesetzlichen Mitbestimmungsfragen – der härtesten Form personalrätlicher Rechte –, so soll in Zukunft letztlich nicht eine Einigungstelle, sondern der Dienstherr und Arbeitgeber das Sagen haben.
2. Mitbestimmungsrechte bei Software-Neuerungen sollen eingeschränkt werden.
3. Mitbestimmungsrechte bei Ein-Euro-Jobs werden abgeschafft, es soll nur noch eine Mitwirkung (empfehlender Charakter) der Personalräte wie beim Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geben.

Im Wahlprogramm einen Abbau von Mitbestimmungsrechten ausschließen und anschließend gegen die Rechte von Personalräten vorgehen – das ist verlogen. Ausdrücklich nimmt das SPD-Wahlprogramm Bezug auf die personalrätlichen Rechte bei Ein-Euro-Jobs. Nun lässt Körting erörtern, wie diese Rechte beseitigt werden können. Das ist unverfroren und unverschämt. Diese Vorschläge zum Abbau demokratischer Rechte der Beschäftigten müssen vom Tisch!
Ich erwarte vom Koalitionspartner der SPD, der Linkspartei.PDS, diese unsoziale Politik nicht mitzutragen. Spätestens die Fraktion der Linkspartei.PDS im Abgeordnetenhaus muss den von der SPD geplanten Bruch der Wahlversprechen stoppen.

Wir werden uns einmischen

11. Mai 2007

Interview mit Lucy Redler von der neuen politischen Gruppierung BASG
von Lucy Redler, (in: Neues Deutschland, 5.5.07)

ND: Die Berliner Alternative fürr Solidarität und Gegenwehr (BASG), eine neue politische Gruppierung, die aus der Berliner WASG hervorgegangen ist, hat das Licht der Welt erblickt. Wie stark ist die Organisation und welche Schwerpunkte in der politischen Arbeit setzt sie?

Redler: Wir haben die BASG am 29. April mit rund 100 Mitgliedern gegründet. Jetzt geht es für uns darum, möglichst schnell, möglichst viele Mitglieder aus der alten WASG, aber auch darüber hinaus Kräfte für uns zu gewinnen.
Wir werden jetzt Bezirksgruppen der BASG aufbauen. Wir verstehen uns in der politischen Kontinuität der WASG. Soziale Fragen stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit, etwa der Kampf gegen Hartz IV. Wir werden uns in die Debatte um Mindestlohn einschalten und die Forderung vieler Gewerkschaftslinker unterstützen, die einen Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde fordern.
Wir werden uns auch in die Auseinandersetzung im öffentlichen Dienst gegen den so genannten Solidarpakt einmischen und die Kolleginnen und Kollegen unterstützen, die gegen Lohnkürzungen kämpfen. Am Thema Verkauf der Sparkasse werden wir dranbleiben und die Kampagne gegen die Privatisierung der Sparkasse fortführen. Aktuell ist zudem die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel Schwerpunkt.

Besteht nicht die Gefahr, dass man als kleine Gruppe nicht mehr wahrgenommen wird und in der Bedeutungslosigkeit verschwindet?

Ich bin davon überzeugt, dass es links von Rot-Rot ein Potenzial gibt. Es ist notwendig, den außerparlamentarischen Widerstand zu stärken. Deshalb braucht Berlin eine soziale Opposition, die auch Alternativen zu diesem kapitalistischen System zur Sprache bringt. Eine Kraft, die faschistische Parteien wie die NPD bekämpft und ihr nicht die sozialen Themen für ihre rassistische Propaganda überlässt.
Die Gründung der BASG ist ein Versuch, das weiter fortzuführen, was die WASG Berlin aufgebaut hat. Auch mit Blick auf die Wahlen 2011, auf die wir uns langfristig vorbereiten.

Es bleibt trotzdem die Frage, ob es nicht besser ist, innerhalb vorhandener Strukturen Politik zu machen, also innerhalb der Linkspartei?

Wir haben die Berliner Linkspartei in den letzten Jahren scharf kritisiert für Privatisierung und Sozialabbau. Wenn man sich die Politik in dem letzten halben Jahr nach der Wahl anschaut, sehen wir, dass sich nichts verändert hat.
Es wird jetzt, entgegen dem Koalitionsvertrag, Geld für den Schlossneubau ausgegeben. Der rot-rote Senat ist weiter Vorreiter bei gewerkschaftsfeindlicher Politik wie bei der Aushebelung des Ladenschutzgesetzes. Wir haben uns entschieden, nicht das linke Feigenblatt für diese Partei zu spielen, sondern die soziale Opposition aufzubauen und dadurch deutlicheren Druck zu erzeugen.

Wirtschaftsverbände, die regierende Bundespolitik und viele Medien schwelgen im Aufschwungstaumel. Läuft man da nicht Gefahr, mit einer kleinen Organisation wie der BASG als ewiger Miesmacher dazustehen und an den Bürgern vorbeizuagieren?

Wer profitiert denn von diesem Aufschwung oder von dieser ganzen Wir-sind-Knut-Stimmung eigentlich? In erster Linie ist es eine kleine Minderheit am oberen Rand der Gesellschaft, die den Hals nicht voll genug bekommt. Die Kolleginnen und Kollegen von der Telekom merken von diesem Aufschwung nichts. Sie sind von massiven Lohnkürzungen bedroht. Die Kollegen der Metallindustrie kämpfen um jeden Cent, um was abzubekommen. Somit ist dieser Aufschwung in erster Linie ein Aufschwung im Interesse von Banken und Konzernen. Es ist notwendig, das so deutlich auszusprechen und keine Illusionen zu verbreiten.

Die WASG ist in einigen Berliner Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) vertreten. Wo haben die Verordneten zukünftig ihre politische Heimat?

Die Heimat war und ist der Widerstand gegen den Sozialkahlschlag. Folgerichtig wird außer einem Kollegen niemand von den BVVlern in die Berliner Linkspartei eintreten. Mehrere BVVler waren jetzt Gründungsmitglieder der BASG und setzen sich dafür ein, die weiter aufzubauen.

Welche Angriffe auf die Mitbestimmungsrechte der Personalräte in Berlin sind geplant? Was tut die Linkspartei.PDS dagegen?

11. Mai 2007

Offener Brief von Lucy Redler

An die Linkspartei.PDS Berlin und ihre Fraktion im Abgeordnetenhaus
an Carola Bluhm, Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus
an Marion Seelig, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus
an Klaus Lederer, Vorsitzender der Linkspartei.PDS Berlin

Liebe GenossInnen der Linkspartei.PDS Berlin,

schon nach der Koalitionsvereinbarung, die ihr zur Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der SPD in Berlin geschlossen habt, schrieb die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes, ver.di, Rot-Rot wolle „das Landespersonalvertretungsgesetz verändern. Die Mitbestimmung bei den neuen Arbeitsmethoden soll geschwächt werden (S. 74 [des Koalitionsvertrages]). Daher bahnt sich dort ein schwerer Konflikt mit ver.di an. Die Gewerkschaft fordert die Koalitionäre auf, die Mitbestimmung im öffentlichen Dienst nicht anzutasten.“
Nun scheinen sich diese Befürchtungen zu bestätigen: Die SPD-Linkspartei.PDS-Koalition in Berlin will das Landespersonalvertretungsgesetz (LPersVG) novellieren. Nach internen Senatsplänen sollen die bisherigen Rechte von Personalräten empfindlich eingeschränkt werden:

  • Kommt es zwischen Arbeitgeber und Personalräten nicht zu einer Eingung in gesetzlichen Mitbestimmungsfragen – der härtesten Form personalrätlicher Rechte –, so soll in Zukunft letztlich nicht eine Einigungstelle, sondern der Dienstherr und Arbeitgeber das sagen haben.
  • Mitbestimmungsrechte bei Software-Neuerungen sollen eingeschränkt werden.
  • Mitbestimmungsrechte bei Ein-Euro-Jobs werden abgeschafft, es soll nur noch eine Mitwirkung (empfehlender Charakter) der Personalräte wie beim Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geben.

Meine Fragen daher an Euch:

  • Welche dieser Maßnahmen werden von wem geplant und verfolgt? Welche Vorschläge liegen bisher zur Novellierung des Landespersonalvertretungsgesetzes vor?
  • Welche dieser Maßnahmen werdet Ihr mittragen?
  • Welche Maßnahmen werdet Ihr ergreifen, um gemeinsam mit den betroffenen Personalräten, der Gewerkschaft ver.di und anderen den Widerstand gegen diese Angriffe zu unterstützten beziehungsweise auf die Beine zu stellen?

Wir alle wissen: Die Unternehmer sind schon seit Jahren damit beschäftigt, die mühsam erkämpfte und insgesamt sehr begrenzte Mitbestimmung sturmreif zu schießen. Das Signal, die Mitbestimmung weiter von allen Seiten unter Beschuss zu nehmen, wird sicherlich von den Unternehmer aufgegriffen – wenn es nicht gelingen sollte, diese Senats-Pläne zu stoppen.

Ich bitte euch daher um rasche Antwort und fordere von euch ein entschlossenes Handeln gegen jedwede Verschlechterung des Personalvertretungsrechts Berlin.

Mit freundlichen Grüßen,

Lucy Redler

Mitglied des WASG-Bundesvorstands sowie des geschäftsführenden WASG-Landesvorstands Berlin und der neugegründeten BASG – Berliner Alternative für Solidarität und Gegenwehr, die auch nach der Fusion von WASG und Linkspartei.PDS die soziale Opposition in Berlin eigenständig fortsetzen wird.